Kynologische Abteilung - Chronik

Der Chronik der Kynologischen Abteilung liegt die Festschrift anläßlich der Feier zur 40-jährigen Mitgliedschaft des KJV Gelnhausen im Jagdgebrauchshundverband e.V. zugrunde. Maßgeblich beigetragen zu dieser Chronik haben neben Walter Geipel, dem damaligen Obmann der Abteilung, unser Richterkollege Otfried Krüger, einer der Männer der ersten Stunde sowie Karlheinz Breidenbach mit seinen vielen Berichten über unsere kynologische Arbeit und Prüfungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Die Übernahme aller Texte würde diesen Rahmen sprengen. Jedoch wird hier vieles Interessante wiedergegeben, manches in gekürzter Form.

Die Kynologische Abteilung besteht zur Zeit aus 24 aktiven Verbandsrichtern und zwei Richteranwärtern, die beide in Kürze ihrer Ernennung erhalten werden.

Gehen wir jetzt viele Jahre zurück zu den Anfängen unserer jagdkynologischen Aktivitäten. Nach Erlangung der Jagdhoheit nach dem Krieg feierte der Vorstehhund seine Wiederauferstehung. Die meisten Reviere mit sehr hohen Niederwildbesätzen erforderten gut ausgebildete Vorstehhunde in ausreichender Zahl. Dreistellige Strecken bei Hasen, Fasanen und Rebhühnern machten unsere Hunde zu Schwerstarbeitern, die leistungsmäßig einen hohen Stand aufweisen mußten.

Im Verein formierten sich schnell Rüdemänner, die sich der Hundeausbildung und Hundearbeit verschrieben hatten. Bereits 1953 wurde in den Revieren des Gerichtswald die erste Brauchbarkeitsprüfung durchgeführt. Initiatoren waren die Hundeführer Füller, Landmann, Röder und Raacke sen., die vom langjährigen Vorsitzenden des KJV, Friedrich Hühn, unterstützt wurden.

Ein Mann der ersten Stunde war unser verdientes Mitglied Ottokar Raacke. Im Mai 1955 führte er als 22-jähriger seinen ersten selbst abgerichteten Hund auf der VJP in Fulda. Mitte der 50er Jahre fand bereits der erste Hundeführerlehrgang unter Leitung von Hermann Kellner statt. Anfang der 60er-Jahre übernahm Ottokar Raacke die Leitung der Hundeführerlehrgänge. Die Beteiligung an diesen Lehrgängen und Teilnahme an Gebrauchshundprüfungen nahm deutlich zu. Bereits 1962 hatte sich die Zahl der brauchbaren Jagdhunde im Kreis auf fast 60 erhöht. 1965 nahmen drei Hunde aus dem Raacke’schen Zwinger „von Wächtersbach“ an der Hegewaldzuchtprüfung erfolgreich teil. Der junge Erstlingsführer Karl Gutmann errang den 22. Platz unter 212 Nennungen, auch Ottokar Raacke selbst erzielte einen vorderen Rang.

1966 wurde der KJV Gelnhausen Mitgliedsverein des Jagdgebrauchshundverband JGHV.

Erster Kynologischer Leiter wurde Ottokar Raacke, Stellvertreter war Otfried Krüger. 1967 fand die erste VJP in Freigericht statt. 1971 hatte die Kynologische Abteilung bereits fünf VJP, vier HZP und zwei  VGP durchgeführt. 145 Hunde wurden durchgeprüft, davon 22 in das Jagdgebrauchshund-Stammbuch eingetragen! Im Kreis standen mittlerweile fast 100 brauchbare Jagdhunde im Einsatz. 

1980 übernahm Erhard Stephan die Leitung der Abteilung. Unter seiner Ägide wurde besonders die Richterausbildung intensiviert. Auch ermöglichte der Forstmann Stephan die Durchführung der ersten Bringtreueprüfung im von ihm forstlich betreuten US-Schießstandgelände in Bernbach.

Nach seiner Versetzung zum Forstamt Gersfeld/Rhön übernahm sein Stellvertreter Erwin Antoni 1988 die Leitung der Abteilung. Erwin Antoni beschäftigte sich intensiv mit der Hundeausbildung und nahm mit unserem Hundeführerlehrgang auch am Übungstag für Schweißarbeiten im bayrischen Spessart teil. Gastgeber war kein Geringerer als der Präsident des JGHV, Forstamtsleiter Christian Frucht. 1988 wurde mit der Kynologischen Abteilung des Hanauer Jagdkub eine Suchengemeinschaft vereinbart, die bis dato besteht und erfolgreich zusammen arbeitet. Leider verstarb Erwin Antoni 1994 viel zu früh im Alter von 49 Jahren

Nachfolger wurde 1994 sein Stellvertreter Hermann Parr. Auch er verschrieb sich besonders der Richterausbildung und dem „Heranziehen“ weiterer Verbandsrichter. Neben einer hervorragenden Prüfungsorganisation bleibt uns besonders seine Prüfungslogistik mit seinem „Marketender –Service“ in Erinnerung. Hundeführer und Richter warteten während unserer Prüfungen vormittags auf Speisen und Getränke, die er, assistiert von seiner Familie, im Revier kredenzte. Es war für uns alle ein schmerzlicher Verlust, als Hermann Parr 1999 während einer Fahrt durch das von ihm betreute Revier plötzlich verstarb.

Walter Geipel, einer der profundesten Jagdhundekenner und –Ausbilder in Deutschland, übernahm ab 1999 die Führung der Kynologischen Abteilung. Er leitete in Doppelfunktion sowohl die Abteilung als auch den Hundeführerlehrgang. Sein überragendes Wissen führte zu einem Ansturm auf unseren Hundeführerlehrgang. Meldungen von zwanzig und mehr Teilnehmern war fast die Regel. Mit fast unzähligen  zusätzlichen Einzelübungsstunden half Walter Geipel vielen Hundeführern, auch schwierigste Abrichtefragen zu lösen.

2008 löste Udo Dallmann Walter Geipel ab. Die Hundeführerlehrgänge leitete sein Stellvertreter Siegfried Pfaff. In der Ära Dallmann wuchs die Zahl der Verbandsrichter auf das heutige Niveau. Eine ausreichende Zahl von Richtern, ausgewogen in der Altersstruktur schafft weiterhin beste Voraussetzungen für die Bewältigung unserer kynologischen Aufgaben.

2012 übernahm Siegfried Pfaff die Abteilungsleitung. Nach seinem Rücktritt 2014 wurde er von Helmut Förster abgelöst.

Kynologische Leiter

Ottokar Raacke                                            1963 bis 1980
Erhard Stephan                                            1980 bis 1988
Erwin Antoni                                                 1988 bis 1994
Hermann Parr                                               1994 bis 1999
Walter Geipel                                                1999 bis 2008
Udo Dallmann                                               2008 bis 2012
Siegfried Pfaff                                               2012 bis 2014
Helmut Förster                                              2014 bis 2016
Udo Dallmann                                               2016 bis heute

 

Derzeit Obmann der Kynologischen Abteilung
Udo Dallmann
Waldblick 21
63571 Gelnhausen
06051-9773046
0175-9233106
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Sachbearbeiter für das Richterwesen und zuständig für die Verbandsrichterausbildung

Helmut Timter                                              1996 bis heute

Bringtreueprüfung

Eine besondere Stellung im kynologischen Jahresablauf nimmt unsere jährlich durchgeführte Bringtreueprüfung ein. Bereits 1976 organisierte Erhard Stephan auf dem von ihm forstlich betreuten Gelände des US-Schießstandes die erste Prüfung – viele weitere sollten folgen. Richter waren Anton Spahn, Otfried Krüger und Rudi Hausmann. Suchenlokal war die Kantine der US Army und nach erfolgter Prüfung soll reichlich Whiskey geflossen sein. Mit Ausnahme von einigen wenigen Prüfungen im Revier Roth wurden danach bis heute alle Bringtreueprüfungen auf dem Stacken in Mernes ausgerichtet. Mehr als zwei Jahrzehnte organisierte der leider 2014 verstorbene Kurt Weigand für den Verein diese Prüfung in seinem Revier. Vielen Hundeführern und Gästen sind diese Prüfungstage, die Gastfreundschaft der Familie Weigand und die gute, ausgelassene Stimmung nach den Prüfungen unvergesslich. Kurt Weigand war ein Verbandsrichter der ersten Stunde. Der KJV Gelnhausen führt die Tradition dieser Prüfung weiter, ab 2015 als Kurt Weigand-Gedächtnis-Bringtreueprüfung, weiterhin auf dem Stacken in Mernes.